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Rolf Sommer
Musical-Darsteller – Schauspieler, Sänger und Tänzer
Von Kurt Büchler
Geboren in Altdorf, Grösse 180 cm, Konfektion 48, Schuhgrösse 42, Haarfarbe braun, Augen Braun-Grün, Actor – Singer – Dancer, das alles steht in seinem Künstler-Steckbrief.
CR: Lieber Rolf, wer bist du?
Rolf Sommer: Keine Ahnung. Deshalb ist es auch so schwierig, sich selbst zu sein. Ich habe mal gehört, dass die Japaner anders mit dem Selbst umgehen. Deren Ich ist abhängig vom Gegenüber. Diese Art der Selbstbetrachtung gefällt mir sehr gut. Es besteht kein Zwang, sich ständig treu bleiben zu müssen.
CR: Warum bist du Musical Darsteller geworden?
Rolf Sommer: Ein Teil meiner Persönlichkeit wollte das unbedingt. Die anderen Teile waren etwas skeptisch, aber sie haben letztlich eingewilligt. Der Rest war wohl Schicksal.
CR Was reizt dich im Speziellen, auf der Bühne – die die Welt bedeutet – zu stehen?
Rolf Sommer: Theater machen ist, als ob man dem Publikum eine Geschichte erzählte. Das gefällt mir. Ich leihe einer Geschichte meinen Körper und versuche, ein guter Erzähler zu sein. Wenn es klappt, dann sieht man nicht mich, sondern eine Figur aus der Geschichte auf der Bühne. Der Rolf Sommer löst sich in Luft auf.
CR: Diesen Sommer bist du im Garten-Center in Langnau a/Albis gleich in zwei Operetten auf der Bühne. Wie ist es dazu gekommen.
Rolf Sommer: Durch die langjährige Freundschaft mit Björn Bugiel, dem Regisseur. Wir haben uns in München kennen gelernt und dort auch erstmals eine Kurzversion von «Im Weissen Rössl» gespielt. Daraus entstand die Company Quickchange, die sich darauf spezialisiert hat, Operetten im Taschenformat zu zeigen, also mit einer Hand voll Darstellern in wechselnden Rollen, auf kleiner Bühne in knapp einer Stunde Spielzeit. Herr und Frau Bacher haben uns eingeladen, zwei unserer Produktionen in ihrem Garten-Center in Langnau aufzuführen.
CR: Im September wirst du eine tragende Rolle im neuen Musical «Die Schweizermacher» haben. Wie fühlst du dich als etwas fieser Dorf-Polizist?
Rolf Sommer: Moritz Fischer ist ein etwas naiver Einbürgerungs-Beamter und gar nicht fies! Im Gegenteil, ihm sind die Einbürgerungs-Kandidaten grundsätzlich sympathisch, und im Verlauf des Stücks kritisiert er immer mehr die Willkür der Behörden. Ich glaube, dieser Fischer ist ein ganz netter Kerl! Ich freue mich riesig darauf, diese Rolle spielen zu dürfen!
CR: Was ist das Highlight an dieser Rolle?
Rolf Sommer: Das Tolle ist, dass dieser Moritz erst ein etwas unbeholfener und sehr unsicherer Kantonspolizist ist, der dann aus dem Korsett der Erwartungen ausbricht, die sein Umfeld an ihn stellt. Humor, Freude, Zorn, Verliebtheit... all das steckt in dieser Rolle!
CR: Man hat dich öfters im Theater am Hechtplatz erleben dürfen. Welches waren die wichtigsten Rollen/Produktionen und wie hast du dich dabei gefühlt?
Rolf Sommer: Ohne das Theater am Hechtplatz, ohne Dominik Flaschka, der mir vor fünf Jahren die Rolle des Simons in «De chli Horrorlade» anvertraute und ohne die sechs Produktionen, die ich inzwischen an diesem Haus machen durfte, wüsste ich nicht, wo ich heute stünde. Ich fühle mich dem Haus und der Shake Musical Company zutiefst verbunden. Es ist ein Privileg, immer wieder zu diesem grossartigen Team zu gehören.
CR: Gibt es bereits Pläne für die Zukunft?
Rolf Sommer: Nun sind erst einmal «Die Schweizermacher» angesagt. Daneben werde ich im Winter ab und zu im Hechtplatz wieder in «Jetzt erst Hecht!» auf der Bühne stehen. Darüber hinaus gibt es noch keine konkreten Pläne.
CR: Was machst du in zehn Jahren?
Rolf Sommer: Hoffentlich stehe ich dann immer noch irgendwo auf der Bühne und freue mich über solch aufregende Rollen und Produktionen. Ich kann mir zur Zeit nichts anderes vorstellen!
CR: Vielleicht noch ein persönliches Statement für die Cruiser Leser...
Rolf Sommer: Ich hoffe natürlich, dass die Schnittmenge aus Cruiser-Lesern und Musical-Gängern sehr gross ist! Sowohl der Cruiser als auch das Musical bieten beste Unterhaltung.
Rolf Sommer
In München, an der Abraxas Musical Akademie wurde Rolf Sommer zum Schauspieler und Sänger ausgebildet. Dann bildete er sich in den USA, in England, Bern und Zürich in Gesang weiter. Seine nächsten Stationen waren New York, München und Zürich für die Tanzaubildung. Nach Engagements in Berlin, Leipzig und München spielte er 2005 erstmals in Zürich in der Produktionen «Der kleine Horrorladen», der Shake Company unter der Leitung von Dominik Flaschka. Seither wohnt Rolf in dieser Stadt und war immer wieder am Theater am Hechtplatz, unter anderem in «Bye Bye Bar», «Elternabend», «Jetzt erst Hecht!» und «Happy End». Unter der Regie von Stefan Huber spielte er in der Uraufführung von «Heidi» in Walenstadt und am Opernhaus Zürich gastierte er in «Dreyfus intime», inszeniert von David Pountney, in einer Sprechrolle. Sein Einpersonen-Stück «Heute abend. Lola Blau» machte Furore und im Erfolgsmusical «Ewigi Liebi» gehörte er als Hanspeter zur Originalbesetzung. Er taucht als Kellner in Marco Rimas Spielfilm «Liebling, lass uns scheiden» auf, arbeitet als Synchronsprecher für Kino und Fernsehen und singt auf diversen Galas und Konzerten, auch mit den Shake Musical Singers.
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