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Das noch nicht erfüllte Recht: Adoption
19’337 Unterschriften für die Regenbogenfamilien
Vom Verein Familienchancen
Die Petition «Gleiche Chancen für alle Familien» wurde am 15. Juni 2010 mit 19’337 Unter-schriften im Bundeshaus eingereicht. Sie fordert, dass eingetragene Paare und ihre Kinder in Sachen Kinds- und Elternrechten die gleichen Möglichkeiten erhalten, wie Ehepaare und ihre Kinder.
Lesben und Schwule können in der Schweiz adopt-ieren. Allerdings nur, wenn sie ledig sind. Wer in eingetragener Partnerschaft lebt, kann das nicht mehr. Für Kinder kann dies im Einzelfall auch schwere Nachteile bringen. Lesben und Schwule erleben das Adoptionsverbot als sinnlose Benachteiligung und Ausdruck realitätsfremder Vorurteile.
Mit der Petition bitten der Verein Familienchancen und 19’337 MitunterzeichnerInnen Parlament und Bundesrat, sich mit den Regenbogenfamilien zu befassen. Ziel ist eine gesetzliche Regelung welche die rechtliche Benachteiligung von Regenbogenfamilien beseitigt – Benachteiligungen, die in erster Linie die Kinder zu tragen haben. Dabei geht es namentlich um die Stiefkindadoption und um die Adoption von Kindern, zu denen eine nahe Beziehung besteht. Das heutige, kategorische Adoptionsverbot für Personen in eingetragener Partnerschaft verunmöglicht Adoptionen durch Personen in eingetragener Partnerschaft auch dort, wo es für das Kind die beste Lösung darstellt.
Zum Beispiel: Eine Frau möchte das leibliche Kind ihrer Partnerin adoptieren, weil der Vater nicht mehr greifbar ist. Das geht nicht. Stirbt dann später die Mutter einmal vor ihrer Partnerin, ist das Kind erbrechtlich erheblich im Nachteil. Von der Stiefmutter hat es nichts zu Gute.
Zum Beispiel: Ein schwuler Mann wurde als Pate ausgewählt, damit er sich im «schlimmsten Fall» um das Kind kümmern könnte. Tritt dieser schlimmste Fall tatsächlich ein, ist eine Adoption möglich, aber nur wenn der Pate noch ledig ist.
Die Petition fordert
• die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare mit Ehepaaren in Bezug auf Elternrechte und Adoption;
• die rechtliche Gleichstellung von Kindern, die in eingetragenen Partnerschaften aufwachsen, mit Kindern, die in Ehegemeinschaften aufwachsen;
• eine Ausgestaltung des Adoptionsrechtes, welche auf Interesse und Wohl des Kindes abstellt, und nicht auf den Zivilstand und die sexuelle Orientierung der adoptionswilligen Personen und Paare.
Am Anfang steht ein Hetero
Am Anfang der Petition steht eine Facebookgruppe beziehungsweise ihr Initiator, der SP-Jungpolitiker Adrian Mangold. Inhaltlich ist die Petition mit der Schweizerischen Schwulen-organisation PINK CROSS und der Lesbenorganisation Schweiz LOS abgestimmt. Sie wird ausserdem auch mitgetragen von der Organisation der schwulen Führungskräften Network und der lesbischen Geschäftsfrauen Wybernet sowie der Vereinigung der Freundinnen, Freunde und Eltern von Lesben und Schwulen FELS. Die Petition hat zudem auch die offizielle Unterstützung SP-Schweiz und der Juso. Speziell für das Anliegen setzen sich die Grüne National-rätin Katharina Prelicz-Huber und der SP-Nationalrat Mario Fehr ein. Im Unterstützungs-komitee ist die SP mit den NationalrätInnen Mario Fehr, Margret Kiener-Nellen, Doris Stump, Silvia Schenker Ständerat Claude Janiak, sowie der Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch vertreten. Auch die Grünen Nationalrätinnen Franziska Teuscher, Anita Lachenmeier-Thüring, Marlies Bänziger, Yvonne Gilli sowie Energie- und Sicherheitsdirektorin Barbara Schwickert treten mit ihrem Namen für das Anliegen der Regenbogenfamilien ein.
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